Anwendungsorientierte Grundlagenforschung

In Christian Doppler Labors wird anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben, hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher kooperieren dazu mit innovativen Unternehmen. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als Best-Practice-Beispiel. Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW). Im internationalen Wettstreit der Ideen sind CD-Labors wichtiger denn je, weil sie neues Wissen marktfähig und somit für Unternehmen nutzbar machen. "Das sichert Wachstum und Arbeitsplätze am Standort Österreich", unterstreicht Wissenschafts- Forschungs- und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner die Bedeutung des Förderprogramms.

 

Technologiemetalle

In der heutigen modernen Gesellschaft weisen die Energieeinsparung und das Recycling unterschiedlichster Wertstoffe, insbesondere von Metallen, schon lange einen hohen Stellenwert auf. Bezüglich letzterer konzentrierte sich die Rückgewinnung vor allem auf die großen Stoffströme der klassischen Massenmetalle (Eisen, Aluminium, Kupfer, etc.) sowie die sehr wertvollen Edelmetalle (Silber, Gold, Platin, etc.), für welche bereits ausgeklügelte Technologien und Prozesse verfügbar sind. Die treibenden Kräfte hierfür waren neben Aspekten der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes vor allem wirtschaftliche Überlegungen. Daher fand die Erzeugung der sonstigen Technologiemetalle (Refraktärmetalle wie beispielsweise Wolfram; Seltene Erden wie unter anderem Neodym und Europium; Nickel, Cobalt, Antimon, Indium, etc.) aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Produktionsmengen von wenigen Ausnahmen abgesehen bisher kaum Beachtung. Im Gegensatz zur Verfügbarkeit der Energierohstoffe, welche seit den Ölkrisen in den 1970er genau beobachtet wird, fand der langfristig gesicherte Zugang zu den Ressourcen für diese Elemente aufgrund des zumeist niedrigen Preisniveaus bislang kaum Aufmerksamkeit. Erst durch den massiven Ausbau der alternativen Energiequellen (Windkraftwerke, Photovoltaik, etc.), welcher enorme Mengen an Technologiemetallen benötigt, rückten die in diesem Bereich vorliegenden Versorgungsrisiken und Engpässe in den Fokus der industrielle und politischen Entscheidungsträger. Dadurch starteten weltweit unterschiedlichste Aktivitäten, um diese Problematik zu lösen, welche noch für längere Zeit ein interessantes und herausforderndes Aufgabengebiet darstellen wird. Das neue Christian Doppler Labor für Extraktive Metallurgie der Nichteisenmetalle wird sich in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Partnerunternehmen intensiv mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen in diesem Themenbereich auseinandersetzen, um der österreichischen Industrie geeignete Lösungen dazu bieten zu können.